14.-18. Juli 2024
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Nach dem Besuch von Bydgoszcz (Bromberg) und Warschau führt mich mein Weg überwiegend durch ländliche Gebiete, wodurch sich mir die Schönheit der Landschaft in diesem Teil Polens erschließt. Weite Felder, überwiegend Getreide- und Maisanbau, sowie üppig blühende Brachwiesen werden immer wieder unterbrochen durch buschige Naturhecken und Mischwald-Abschnitte, die bei der anhaltenden Hitze mit Temperaturen bis zu 38° C willkommene Kühlung bringen.
Storchennester in den Dörfern auf Telegrafenmästen und verlassenen Kaminen, meist besetzt mit drei bis vier Jungstörchen, ihre Eltern auf feuchten Weiden und hinter den Traktoren auf der Nahrungssuche, sind allgegenwärtig. Wiederholt sichte ich sogar die im Wald lebenden, scheuen Schwarzstörche, einmal gar sechs Stück zusammen.
Neben manchen, nur schwer in die ländliche Umgebung passenden Neubauten komfortabler Eigenheime finden sich immer wieder hübsche traditionelle Holzkaten, meist von prachtvollen Blumenstauden umgeben. Und stets weisen mit bunten Plastikblumen geschmückte Wegkreuze auf die tiefe Religiosität der polnischen Gläubigen.
In kleinen Seen und Dorftümpeln, gemächlich fließenden Bachläufen und mit Wehren gestauten Flüssen spiegelt sich der mit weißen Wattebausch-Wolken gesprenkelte strahlend blaue Himmel. Der Einladung zum erfrischenden Bad an kleinen Naturstränden, dem viele Familien in der aktuellen Ferienzeit folgen, kann auch ich gelegentlich nicht widerstehen.
Landschaftliche Highlights bilden die Fluss- und Sumpflandschaft des Biebrzánski-Naturreservats, in dem ich bei Wroceń einen herrlichen Campingplatz mit Badeufer finde, sowie die überraschend hügelige, ja fast bergige, mitunter an die Eifel erinnernde Region östlich von Suwałki. Bewusst gemütlich durchfahre ich dieses Gebiet und das nicht nur wegen des ständigen Auf-und-Abs oder der kräftezehrenden tiefen Schotterstrecken mit Wellblechprofil.
Die polnisch-litauische Grenze erreiche ich pünktlich zur Tagesmitte am 14. Reise- und neunten Radeltag, dort anlässlich des nun fälligen Fahnenwechsels feststellend, dass die Uhr in Litauen schon eine Stunde weiter und der Euro hier schon neun Jahre die gültige Währung ist.
Am Abend des ersten Tages in Litauen logiere ich ausnahmsweise fürstlich im Hotel Mercure und genieße den Sonnenuntergang vom komfortablen Hotelzimmer aus.
