20. Juli 2024
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2022 war Litauens, mit mehr als 300.000 Einwohnern, zweitgrößte Stadt gemeinsam mit Esch-sur-Alzette und Novi-Sad Kulturhauptstadt Europas, und so verwundert es den Besucher kaum, hier überall auf Zeugnisse und Objekte gegenwärtiger Kunst zu stoßen, wobei besonders die Street-Art augenfällig ist.
Aber auch Skulpturen, historische und moderne, markante stadtarchitektonische Akzente, Theater und Museen, Künstlercafés, unterstreichen Kaunas’ Status als litauisches Kulturzentrum.
Die weit ausgestreckte, fast exakt in der Landesmitte gelegene Stadt atmet dabei gleichermaßen spürbar den Hauch ihrer sehr bewegten, über 650 Jahre alten Geschichte, die durch vielfach wechselnde Herrscher und staatliche Zuordnungen sowie einen hohen Selbstbehauptungs- und Freiheitswillen des litauischen Volkes geprägt ist. Immer wieder bekriegt und besetzt durch den Deutsche Orden, Polen, Russland, Schweden und schließlich die Sowjetunion erlangte sie im Zuge dieser Wirren gar von 1920 an für 20 Jahre den Status einer kommissarischen Hauptstadt.
Auffällig sind auch Beispiele des für die 20/30er Jahre des vorigen Jahrhunderts typischen Baustils, leider mitunter in bedauernswertem, sanierungsbedürftigen Zuzstand.
Der beste Verweilort an einem sonnigen Sommersamstag ist aber die Laisvés Aléja, Kaunas’ Prachtstraße und Flaniermeile, von Westen erreichbar über die Vilniaus Gatvé, gesäumt von unzähligen Cafés, Bars und Restaurants sowie Boutiquen, Galerien und Theater, und an ihrem östlichen Ende überragt von der imposanten “Erzengel Michael-Kathedrale” – bei meinem Besuch Schauplatz gleich mehrfacher Hochzeitsgesellschaften.