18.-23. Juli 2924

6 Reisetage
1,5 Radeltage
110 km
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Anders als bei meinen Radreisen in 2007 (Rückkehr vom Nordkap) und 2009 (Ostsee-Umradelung) ist meine mit dem Fahrrad zurückgelegte Strecke in diesem Land nur sehr kurz. Nur 1 ½ Radeltage bringen mich von der polnisch-litauischen Grenze im Suwałki-Korridor ins litauische Marijampolé. Von dort aus nutze ich für die nächsten Etappenziele den effizienten öffentlichen Personenverkehr. Der Grund hierfür: trotz des limitierten Zeitrahmens die beiden Städte Kaunas und Vilnius nicht nur zu durchfahren, sondern zu entdecken, und auch – anders als ursprünglich geplant – Riga zu besuchen.
Dennoch nehme ich zwar nur einige wenige, aber durchaus interessante Eindrücke über Land und Leute mit:
- ein offensichtlicher, aber geradezu sympathischer Nationalstolz, ohne jede Überheblichkeit, vielmehr verbunden mit großer Affinität zur europäischen Gemeinschaft und der Zugehörigkeit zum nordatlantischen Bündnis;
- das Erbe der Ära der Sowjet-Besatzung, für den externen Beobachter vor allem in den Vorstädten, an verrotteten Industrie- und landwirtschaftlichen Großbetrieben sowie heute ungenutzten Prachtbauten noch unschwer erkennbar, wird aktiv historisch aufgearbeitet z. B. in Vilnius durch ein dieser Periode gewidmetes Museum;
- hohe, sich in vielfacher Form darstellende Loyalität und Verbundenheit zur Ukraine, deutlich stärker als z. B. in Deutschland, was sicherlich dem ‚Frontstaat-Status‘ durch die Grenze zu Belarus geschuldet ist;
- eine Aufwertung der Infrastruktur, die seit meinen früheren Besuchen geradezu rasant geschehen ist, wenngleich das Stadt-Land- und in den Städten das Stadtzentrum-Vorstadt-Gefälle noch recht deutlich ausfällt;
- eine starke städtische Kultur- und Kunstszene mit hoher Präsenz von Artefakten, Galerien, Museen, Theatern und kulturfördernden Einrichtungen;
- eine sichtbare Liebe zu Ordnung und Sauberkeit, die sich in der Öffentlichkeit in allen Bereichen darstellt, z. B. in vorbildlich sauberen Straßen, Plätzen und Grünanlagen sowie durch das Fehlen von Müll, illegaler Abfall-Entsorgung oder exzessiven Graffiti-Schmierereien, und im Mikrokosmos der Privathaushalte durch gepflegten Wohnstil und Komfort sowie in den ländlichen und Vorort-Zonen auch an den liebevoll – mit mitunter skurrilen Auswüchsen – gestalteten Vorgärten.
Alle weiteren Eindrücke gewinne ich als gemeiner Touri in den zwei größten Städten Litauens, Vilnius und Kaunas, über die ich ausführlich in meinem Blog berichte.